Psychotherapie

Psychotherapie bedeutet wörtlich „Behandlung der Seele“. Eine Psychotherapie behandelt somit psychische Beschwerden mit Krankheitswert. Es gibt verschiedene Behandlungswege oder -methoden. Ich selbst arbeite tiefenpsychologisch-fundiert. Schwerpunktmäßig geht es darum, die Hintergründe der Beschwerden zu verstehen und an diesen zu arbeiten, um die Erkrankung zu überwinden oder zu mildern. So kann es z.B. sein, dass ein Betroffener sehr hohe Ansprüche an sich selbst hat, denen er nicht gerecht werden kann, oder dass jemand nicht ausreichend auf eigene Wünsche und Bedürfnisse achtet, weil er sich immer darum kümmert, dass es den anderen gut geht. Oft erklärt die Lebensgeschichte, warum jemand diese oder jene Verhaltensweise hat oder eben nicht hat, so dass es auch in der Therapie wichtig sein kann, sich die Lebensgeschichte genauer anzusehen. Aber entscheidend ist in meiner Arbeit das „Hier und Jetzt“, also in der Gegenwart gewünschte Veränderungen umzusetzen oder mit Sachverhalten seinen „inneren Frieden“ zu machen.

Eine Psychotherapie sollte regelmäßig stattfinden, um einen therapeutischen Veränderungsprozess in Gange zu bringen. Sie ist zeitlich begrenzt, individuell und zielgerichtet.

Behandlungsschwerpunkte:

Als Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie behandele ich alle Erkrankungen aus meinem Fachgebiet. Darunter fallen chronische Schmerzen, Ängste, Depressionen, körperlich nicht zu erklärende Beschwerden sowie psychische Einflüsse auf chronische körperliche Erkrankungen wie der Neurodermitis oder chronisch entzündlicher Darmerkrankungen. Zudem habe ich folgende Behandlungsschwerpunkte.
Traumafolgestörungen
Ein schwer belastendes Lebensereignis wie z. B. ein Überfall, eine Vergewaltigung, ein Arbeitsunfall oder auch körperliche Gewalt können in der Folge psychische Beschwerden auslösen (z.B. eine sog. Posttraumatische Belastungsstörung [PTBS]). Manchmal kann auch die Zeugenschaft eines schweren Unfalls oder eines Selbstmordes zu diesen Beschwerden führen. Diese Beschwerden bedürfen spezieller Behandlungstechniken (z.B. EMDR), um wieder Stabilität im Alltag zu bekommen und das Geschehene zu verarbeiten. Handelt es sich bei dem belastenden Lebensereignis um den Tod oder Selbstmord einer nahestehenden Person, kann auch Trauerarbeit hilfreich sein.
Essstörungen
Zu den Essstörungen zählen die Magersucht (Anorexia nervosa), die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) und die sog. Binge Eating Störung. Die Magersucht ist dadurch gekennzeichnet, dass das Essverhalten meistens sehr reduziert wird, so dass sich ein Untergewicht einstellt. Häufig verspüren die Betroffenen zudem einen hohen Bewegungsdrang, um zusätzlich Kalorien loszuwerden. Es kann auch zu attackenartigem Essen kommen, ähnlich wie bei der Ess-Brech-Sucht. Dabei werden große Mengen an Nahrung zu sich genommen. Diese wollen die Betroffenen im Anschluß wieder loswerden - durch Erbrechen, exzessiven Sport oder bestimmte Medikamente. Bei der Binge Eating Störung kommt es auch zu Essattacken oder einem kontinuierlichen Essen über dem Tag (oder der Nacht), ohne dass danach die Kalorien wieder „rausmüssen“. Die Behandlung dieser Störungen steht auf 2 Säulen. Die eine Säule beinhaltet die Normalisierung des Essverhaltens, was dazu führen soll, dass das Gewicht (wenn Unter- oder Übergewicht besteht) sich im Normalbereich einpendelt. Die zweite Säule dient dazu, die Hintergründe der Essstörung zu verstehen und diese in der Therapie zu bearbeiten.
Psychoonkologie
Eine Krebsdiagnose ist für nahezu jeden Betroffenen ein Schock. Manchmal kommen Betroffene (oder auch Angehörige) während oder nach der Behandlung an einen Punkt, wo sie das Gefühl haben, die Belastung nicht mehr allein bewältigen zu können, vor allem wenn sich Ängste oder Depressionen einstellen. Aber es wird auch immer wieder als hilfreich erlebt, Gedanken oder Gefühle in Bezug auf die Diagnose mit einer neutralen Person zu besprechen, um die Angehörigen aus der Perspektive der Betroffenen nicht noch mehr zu belasten. Auch Veränderungen des Körpergefühls oder des Aussehens (z. B. nach Brustkrebs) oder eine Veränderung der Sexualität (z. B. nach Brustkrebs oder Prostata-Krebs) können zu psychischen Beschwerden führen. Eine Psychotherapie kann dann helfen, neue Sichtweisen zu etablieren oder für sich einen Weg des Umgangs zu entwickeln.